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Mentale Gesundheit bei Kindern: Warum Gefühle benennen so wichtig ist

In einer Welt mit signifikanten mentalen Gesundheitsproblemen müssen Kinder lernen, Gefühle zu benennen und sich Hilfe holen zu können.

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Mabu Redaktion

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9. Juli 2026·5 Min.
Ein Kind im Gespräch mit einem Elternteil

Gefühle brauchen einen Namen

Bevor ein Kind lernen kann, mit schwierigen Emotionen umzugehen, muss es sie erst einmal erkennen und einordnen können. Das Portal kindergesundheit-info.de, betrieben vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, vormals BZgA), bringt es auf den Punkt: „Gefühle wahrzunehmen, sie ausdrücken und damit umgehen zu können, lernt ein Kind erst mit Ihrer Unterstützung.“

Das heißt konkret: Wenn ein Kind wütend ist, hilft die Frage „Was macht dich gerade so wütend?“ mehr als ein „Stell dich nicht so an.“ Eltern, die selbst offen über eigene Gefühle sprechen, Freude genauso wie Enttäuschung oder Sorge, geben ihrem Kind ein Vorbild, an dem es sich orientieren kann. Wichtig ist dabei, Gefühlsäußerungen ernst zu nehmen, statt sie zu belächeln oder kleinzureden, selbst wenn sie aus Erwachsenensicht übertrieben wirken.

Kleine Rituale mit großer Wirkung

Im Alltag lässt sich emotionale Gesundheit gut nebenbei fördern: ein kurzes „Wie war dein Tag, und wie fühlst du dich gerade?“ beim Abendessen, ein Ritual vor dem Schlafengehen, bei dem Kinder erzählen dürfen, was sie beschäftigt, oder gemeinsames Malen und Spielen, bei dem Gefühle spielerisch zur Sprache kommen.

Gerade jüngeren Kindern fehlen oft noch die Worte für das, was sie spüren. Hier helfen Bilderbücher, Gefühlskarten oder einfache Fragen nach der „Gefühlsfarbe“ des Tages. Entscheidend ist weniger die perfekte Methode als die Regelmäßigkeit: Kinder, die merken, dass über Gefühle gesprochen werden darf, trauen sich auch dann etwas zu sagen, wenn wirklich etwas belastet.

Wenn es mehr braucht: Hilfe holen ist keine Schwäche

Manchmal reicht das Gespräch zu Hause nicht aus, sei es, weil ein Kind sich den eigenen Eltern nicht anvertrauen mag, weil Scham im Weg steht oder weil das Problem außerhalb der Familie liegt. Laut einem Bericht des WHO-Regionalbüros für Europa (2025) lebt in der Region ein Siebtel aller Kinder und Jugendlichen mit einer psychischen Erkrankung, bei Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren ist sogar jede vierte betroffen.

Genau hier setzt die „Nummer gegen Kummer“ an: Über das bundesweite, kostenlose und anonyme Kinder- und Jugendtelefon (116111) können sich Kinder und Jugendliche an geschulte Ehrenamtliche wenden, unabhängig davon, worum es geht. Eltern können ihren Kindern aktiv vermitteln, dass diese Nummer existiert und dass ein Anruf dort kein „Petzen“ oder Versagen ist, sondern ein normaler, mutiger Schritt.

Mentale Gesundheit beginnt nicht erst bei der Therapie, sondern im Alltag: beim Zuhören, beim gemeinsamen Benennen von Gefühlen und bei der Botschaft, dass Hilfe holen immer erlaubt ist. Eltern, die diesen Raum schaffen, geben ihren Kindern ein Werkzeug fürs Leben.

Mentale Gesundheit beginnt nicht erst bei der Therapie, sondern im Alltag: beim Zuhören.

Quellen

Dieser Artikel ist eine redaktionelle Zusammenfassung der oben genannten Quellen mit kurzen wörtlichen Zitaten. Stand: Juli 2026.